Gregor Pötscher im Interview: "Fußball spielen, nicht Fußball schießen!"
Geposted
,22 / Juli / 2012
Gregor Pötscher, neuer Trainer der zweiten Kampfmannschaft, stand uns im Trainingszentrum Rede und Antwort...
Gregor, herzlich Willkommen zurück beim GAK! Musstest du lange überlegen, als das Telefon geklingelt hat?
Nein, nicht wirklich. Wir haben alles abgesteckt und waren uns eigentlich sehr schnell einig – hatten die gleichen Vorstellungen. Von daher freut es mich natürlich sehr, dass es geklappt hat.
Du bist für die zweite Kampfmannschaft des GAK verantwortlich. Welche Philosophie verfolgst du?
Wir haben ein ganzheitliches Konzept im Verein, werden in der GAK II nur mit zwei Jahrgängen spielen, heuer sind das die Jahrgänge 1994 und 1995. Der Kader ist soweit komplett, wir sind 16 Mann, im Training kommen immer wieder 96er und 97er dazu – wir trainieren immer mit ca. 20 Mann.
Was ist das Ziel hinter dieser Jahrgangs“regelung“?
Wir wollen die Entwicklung unserer jungen Talente vorantreiben. Die Burschen sind 17 und 18 Jahre alt wenn sie aus dem Jugendbereich kommen, haben dann eben zwei Jahre Zeit, um sich für die erste Mannschaft zu empfehlen. So wollen wir jedes Jahr junge Talente für die Kampfmannschaft hervorbringen.
Die Vorbereitung auf die neue Saison läuft ja mittlerweile auf Hochtouren – wie zufrieden bist du bisher?
Es läuft gut, die Burschen brennen richtiggehend, geben Vollgas. Manchmal muss man sie fast noch ein wenig bremsen. In den Testspielen gab es schon einiges Positives zu sehen, fußballerisch und kämpferisch.
Wie sieht es körperlich aus? Deine Mannschaft kommt aus dem Jugendfußball – wird es das übliche körperliche Defizit in der Meisterschaft geben?
Ich mach’ mir da ehrlich gesagt keine zu großen Sorgen. Meine Burschen haben in der Vorbereitung zum Beispiel gegen Bruck, eine körperlich sehr starke Mannschaft, gezeigt, dass sie absolut dagegenhalten können. Das Wichtigste wird sein, dass die Mannschaft im Laufe des Jahres immer wieder dazulernt und Dinge, die wir besprechen, schnell umsetzt.
Ganz konkret: wo siehst du dein Team in der Meisterschaft und welche Teams erwartest du ganz vorne?
Am Anfang wird es sicherlich noch schwierig, unser Ziel ist aber ein Platz im oberen Mittelfeld. Wer am Ende vorne sein wird ist natürlich schwer zu sagen, da sind aber einige Mannschaften dabei, die aufsteigen wollen – ich tippe auf Lankowitz, Lebring, Thal oder Werndorf.
Wie schaut es mit Unterstützung von „oben“ aus?
Die werden wir natürlich brauchen - ganz ohne wird es nicht gehen – das ist aber auch Teil unseres Plans. Die KM I verfügt über einen großen Kader, da kann nicht jeder spielen. Es wird sicherlich 3-4 Spieler pro Woche geben, die bei der KM II aushelfen.
Wie läuft hier die Zusammenarbeit mit KM I Coach Ante Simundza?
Hervorragend! Wir haben die gleiche Fußballphilosophie. Ich sehe es aber als meine Pflicht, als KM II Coach, den Weg des Cheftrainers mitzugehen. Wir trainieren im Großen und Ganzen auch gleich – meine Spieler sollen wie gesagt auf die Kampfmannschaft vorbereitet werden, so fällt dann der Umstieg leichter. Die Meisterschaft hat zwar noch nicht begonnen, aber wir reden sehr viel miteinander und so wird es auch mit den „Abstellungen“ keine Probleme geben. Die Spieler müssen den Einsatz in der KM II als Chance auf Spielpraxis verstehen und nicht als Degradierung.
Wie schaut denn, in wenigen Worten, eure Fußballphilosophie aus?
Defensiv sicher stehen und dann schnell und variabel spielen. Fußball spielen und nicht Fußball schießen.
Wie sieht es mit längerfristigen Zielen mit der KM II aus?
Wir wollen, ganz klar, mittelfristig in die Landesliga aufsteigen.
Kommen wir zum Ende noch kurz auf ein brisantes Thema zu sprechen. Stichwort Hartberg. Du warst beim knapp verpassten Aufstieg 2009 Cheftrainer der Kampfmannschaft. Heuer ist man wieder an Hartberg gescheitert...
Es ist natürlich schade, ich habe fest daran geglaubt, dass sich der Kreis schließen wird. Was am Ende des Tages übrig bleibt ist leider, dass man es sportlich nicht geschafft hat.
Gregor, vielen Dank für das Interview, wir wünschen dir viel Erfolg in der neuen Saison! Möchtest du zum Abschluss noch ein paar Worte an die GAK Fans richten?
Ja gerne! Ich würde mir wünschen, dass viele GAK Fans auch zu uns zuschauen kommen und die KM II anfeuern, wir haben eine junge, hungrige Mannschaft!